Verschiedenes

Das hässliche Entlein oder der Ausstieg aus der Opferrolle

Wer kennt es nicht, das Märchen von Hans Christian Andersen.

Das Entlein, das anders war als seine Geschwister und wegen seines Aussehens abgelehnt wurde. Ja nicht nur abgelehnt, auch attackiert, verfolgt, ausgegrenzt – heute würde man vielleicht Mobbing dazu sagen.  Schliesslich entschied es sich, die Heimat zu verlassen. Ein langer Weg begann für das Entlein. Es musste zahlreiche Schwierigkeiten und Gefahren bestehen, immer wieder seiner Angst begegnen. Keiner sah sein Wesen, wollte oder konnte seine besonderen Fähigkeiten erkennen.

Als es irgendwann unterwegs fliegende Schwäne sah, war es so berührt von deren Schönheit, dass es sie nie mehr vergessen konnte. Von da an trug es dieses beflügelnde, ermutigende Bild in sich; bei Menschen würde man vielleicht sagen es hatte seine Vision. Bald darauf entdeckte es dann, dass es seine Flügel ausbreiten und selbst fliegen konnte. Als  wieder Schwäne daherkamen, war der Wunsch nach ihrer Gesellschaft so groß, dass es bereit war, dafür  sogar zu sterben. Fast schon Angriff und Ablehnung erwartend, schwamm es ihnen entgegen und entdeckte dabei im Wasser sein Spiegelbild. Es erkannte, dass es selbst ein Schwan war. Die anderen Schwäne empfingen es herzlich.

Die meisten von uns kennen wahrscheinlich solche Situationen, in denen man sich als nicht richtig oder nicht dazugehörig fühlt. Manche haben langdauernde Erfahrung von Ausgrenzung gemacht, wurden zum Opfer der Erwartungen und Projektionen anderer- sei es in der eigenen Familie, oder vielleicht in der Schule, am Arbeitsplatz, in Vereinen. Es ist nicht einfach, damit umzugehen oder es zu überwinden.

 Ich finde es faszinierend, dass das Entlein nie mit seiner Opferrolle hadert, obwohl es leidet. Auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen, scheut es die Anstrengung nicht, ist immer wieder bereit zum Aufbruch. Lange hat es keine Ahnung vom Ziel. Erst durch die fliegenden Schwäne bekommt es so etwas wie eine erfüllende Ausrichtung, etwas, das erstrebenswert ist. Seine schlimmen Erlebnisse haben es nicht aggressiv gemacht oder verbittert und verzagt. Es findet schließlich sein Glück: den Platz wo es sein darf wie es ist, wo es erkannt wird und willkommen ist.

Phyllis Krystal hat öfters erwähnt, dass Menschen, die als „ugly duckling“, als hässliches Entlein aufwachsen, es zwar nicht leicht haben, aber dafür die Chance zu einer intensivierten Bewusstseinsentwicklung. Ihre Methode kann eine solche Entwicklung unterstützen und erleichtern.

Heilwerden

Beim Heilwerden geht es darum,
unsere Herzen zu öffnen, nicht sie zu verschließen.
Es geht darum, die Stellen in uns,
die die Liebe nicht einlassen wollen, weich zu machen.
Heilung ist ein Prozess.
Beim Heilwerden schaukeln wir hin und her
Zwischen dem Schweren der Vergangenheit
Und der Fülle der Gegenwart
Und bleiben immer öfter in der Gegenwart.
Es ist das Schaukeln, das die Heilung bewirkt,
nicht das Stehenbleiben an einer der beiden Stellen.
Der Sinn des Heilwerdens ist nicht,
für immer glücklich zu werden.
Das ist unmöglich!

Der Sinn der Heilung ist, wach zu sein
Und sein Leben zu leben.
Heilung hängt damit zusammen,
gleichzeitig ganz und gebrochen zu sein.

Diese Zeilen haben mich vor langer Zeit erreicht, ein Verfasser konnte nicht ermittelt werden